Solitär mit weniger Zügen gewinnen: 7 Strategien und Übungen
So gewinnst du Solitär öfter und mit weniger Zügen: sieben Klondike-Strategien, die kleinste Zugzahl, die ein gewonnenes Spiel haben kann, und drei interaktive Übungen, die du direkt beim Lesen hier spielst.
Um Solitär zu gewinnen, deckst du zuerst verdeckte Karten auf, bringst Asse und Zweien zügig auf die Ablagestapel, hältst den Rest aber zurück, schützt leere Spalten, bis du einen König dafür hast, und ziehst vom Talon erst, wenn dir die Züge im Tableau ausgegangen sind. Diese vier Gewohnheiten gewinnen mehr Klondike-Runden als jeder Trick, und sie senken auch deine Zugzahl, denn jeder Zug, der keine Karte aufdeckt, keine Spalte freimacht und keinen Ablagestapel füttert, ist verschenkt. Dieser Ratgeber baut sie zu sieben Strategien aus, erklärt, wie wenige Züge ein gewonnenes Spiel überhaupt haben kann, und lässt dich beim Lesen an echten Stellungen üben.

Alles hier dreht sich um Klondike-Solitär, das klassische Spiel mit sieben Spalten, das die meisten mit „Solitär“ meinen. Die Planungsgewohnheiten lassen sich aber auf andere Varianten übertragen. Ganz neu im Spiel? Lies zuerst unseren vollständigen Ratgeber So spielst du klassisches Solitär und komm dann zurück.
Solitär gewinnen: die Kurzfassung
Wenn du nur einen Abschnitt liest, dann diesen. Jeder Punkt ist eine der sieben Strategien unten, in der Reihenfolge, in der du sie bei einer neuen Runde anwenden solltest.
- Deck zuerst verdeckte Karten auf. In den Spalten mit den meisten verdeckten Karten wird das Spiel entschieden. Jeder Zug, der eine Karte umdreht, schlägt also jeden, der das nicht tut.
- Halte das Tableau beweglich. Verschiebe Karten so, dass du danach mehr regelgerechte Züge hast, nicht weniger, und begrab keine Karte, die du noch brauchst.
- Asse und Zweien hoch, dann abwarten. Ab der Drei baust du einen Ablagestapel nur weiter, wenn die Karte im Tableau nicht mehr gebraucht wird, denn eine zu früh gespielte Drei oder Vier kann eine Reihe blockieren.
- Lies den Talon, bevor du dich festlegst. Geh bei „3 Karten ziehen“ einmal durch, ohne zu spielen, um zu sehen, was kommt, und plane dann, welche Abwurfkarte oben liegen soll.
- Halte Rot und Schwarz verfügbar. Sind beide schwarzen Siebenen zugedeckt, kann keine rote Sechs auf eine Sieben ziehen. Achte deshalb darauf, dass bei jedem Wert rote und schwarze Karten offen liegen.
- Leere eine Spalte erst, wenn ein König dafür bereitsteht. Eine leere Spalte ist das wertvollste Feld auf dem Spielfeld. Belege sie mit einem König, dessen Reihe dich weiterbringt.
- Übe die Muster. Gewinnbare Runden haben eine erkennbare Form. Die Übungen in diesem Ratgeber trainieren dich, sie in wenigen Sekunden statt in einigen Minuten zu sehen.
Die wichtigsten Begriffe kurz aufgefrischt
- Tableau: die sieben Kartenspalten, in denen du absteigende Folgen in abwechselnd Rot und Schwarz bildest.
- Ablagestapel: die vier Stapel im oberen Bereich, auf denen jede Farbe vom Ass bis zum König aufgebaut wird.
- Talon (Nachziehstapel): die nicht ausgeteilten Karten, die du einzeln oder zu dritt umdrehst.
- Abwurfstapel: die bereits vom Talon umgedrehten offenen Karten, die vorerst nicht verfügbar sind (bis auf die oberste).
Strategie 1: Setz die richtigen Prioritäten
Was das bedeutet
Wenn mehrere regelgerechte Züge möglich sind, sind nicht alle Züge gleich viel wert. Prioritäten setzen heißt, diszipliniert herauszufinden, welcher Zug die meisten Möglichkeiten für später schafft. Ein Zug, der eine verdeckte Karte aufdeckt, ist fast immer wertvoller als einer, der nur sichtbare Karten umsortiert.
So wendest du es an
- Zieh Züge, die eine verdeckte Karte im Tableau umdrehen, immer anderen Zügen vor.
- Kümmere dich zuerst um die Spalten mit den meisten verdeckten Karten, denn wenn du sie abräumst, erfährst du am meisten über die Runde.
- Wenn du in mehreren Spalten etwas aufdecken könntest, wähle die, in der mehr verdeckte Karten liegen (mehr verborgener Wert).
- Widersteh dem Drang, eine Karte auf den Ablagestapel zu legen, wenn genau diese Karte im Tableau gebraucht wird, um eine Folge zu befreien.
Das zu lesen ist leicht, es unter Druck umzusetzen ist der schwierige Teil. Probier es an drei echten Stellungen aus. Jede bietet drei regelgerechte Züge, und nur einer davon lohnt sich.

Finde den besten Zug
Stellung 1 von 3: Drei erlaubte Züge liegen auf dem Tisch. Welcher bringt das Spiel wirklich voran?
Strategie 2: Halte das Tableau beweglich
Warum Beweglichkeit zählt
Das Tableau ist deine Werkbank. Je freier sich die Karten darin bewegen lassen, desto weniger Züge brauchst du, um verworrene Anordnungen zu entwirren. Ein Tableau, das kopflastig wird, voller hoher Karten (Könige und Damen ohne Folgen darunter), bringt den Fortschritt zum Stillstand.
Praktische Techniken
- Vermeide Klumpen: Staple nicht mehrere hohe Karten in derselben Spalte, wenn sie nirgendwohin können.
- Bewache leere Spalten: Sobald eine Spalte frei ist, behandle den leeren Platz als kostbare Ressource. Belege ihn nur mit einem König, unter dem du tatsächlich weiterbauen willst.
- Denk zwei Züge voraus: Bevor du einen Buben auf eine Dame legst, frag dich, ob dieser Bube anderswo den Zugang zu etwas Wertvollerem versperrt.
- Parke Karten mit Bedacht: Eine leere Spalte kann vorübergehend eine Folge aufnehmen, die du gerade umsortierst. Nutze sie als Puffer, nicht als Dauerwohnsitz.
Strategie 3: Wähle den richtigen Moment für die Ablagestapel
Das Paradox der Ablagestapel
Ziel des Solitärs ist es, die Ablagestapel zu füllen, und doch kann es dich bremsen, Karten zu eifrig dorthin zu schicken. Niedrige Karten (2er, 3er, 4er) haben eine Doppelrolle: Sie können auf dem Ablagestapel liegen oder im Tableau als Anlegestelle für Folgen der Gegenfarbe dienen. Sobald eine Karte auf dem Ablagestapel liegt, steht sie dir als Spielfläche nicht mehr zur Verfügung.
Die Faustregel
Bring Asse sofort auf die Ablagestapel, denn im Tableau sind sie wertlos. Auch Zweien legst du zügig ab. Bei Karten ab der 3 hältst du kurz inne und prüfst, ob die Karte im Tableau als Basis dient, bevor du sie hochschickst. Ein guter Zeitpunkt, die Ablagestapel schneller aufzubauen, ist gekommen, wenn die meisten verdeckten Karten aufgedeckt sind und die Folgen im Tableau weitgehend geordnet sind.
- Bring Asse immer in dem Moment auf die Ablagestapel, in dem sie auftauchen.
- Leg Zweien ab, sobald das passende Ass liegt.
- Prüf bei Dreien und höheren Karten, ob die Karte gerade als Basis im Tableau dient, bevor du sie verschiebst.
- Versuch, alle vier Farben innerhalb von 1–2 Werten beieinander zu halten, damit niedrige Karten langsamer Farben nicht festsitzen.
Die Regel ist kurz, aber die Abwägung kommt in jedem Spiel mehrmals vor. Hier sind vier Stellungen, in denen eine Karte regelgerecht hochgehen kann. Entscheide jede selbst und schau dann, ob die Begründung zu deiner passt.
Hochlegen oder behalten?
Stellung 1 von 4: Die Karte Pik Ass (umrandet) darf auf ihren Ablagestapel. Soll sie?
Strategie 4: Geh klug mit Talon und Abwurfstapel um
Was das Durchblättern kostet
Jedes Mal, wenn du den ganzen Talon durchgehst, ohne eine Karte unterzubringen, sammelst du Züge ohne Fortschritt. In Solitär-Spielen mit Punktwertung kosten zusätzliche Durchgänge durch den Talon oft Punkte. Das Ziel ist, aus jedem Durchgang so viel wie möglich herauszuholen.

Taktiken für den Talon
- Bereite zuerst das Tableau vor: Mach alle verfügbaren Züge im Tableau und auf die Ablagestapel, bevor du vom Talon ziehst. So hat die neue Karte möglichst viele Plätze, an denen sie landen kann.
- Merk dir, was du gesehen hast: Mit etwas Übung behältst du wichtige Karten im Kopf, die schon durch den Abwurfstapel gegangen sind, und planst, wann sie wieder auftauchen.
- Zieh nicht gedankenlos: Wer vom Talon zieht, obwohl ein Zug im Tableau möglich ist, verschenkt einen Durchgang. Der Talon ist eine Notlösung, nicht die erste Wahl.
- Tipp für „3 Karten ziehen“: Achte in diesem Modus auf die Reihenfolge im Abwurfstapel. Manchmal lohnt es sich, gezielt bestimmte Züge im Tableau zu machen, um zu ändern, welche Karte oben auf dem Abwurfstapel landet.
Strategie 5: Achte auf das Gleichgewicht von Rot und Schwarz im Tableau
Warum das Gleichgewicht von Rot und Schwarz zählt
Weil Folgen im Tableau zwischen Rot und Schwarz wechseln (und nicht nach einer bestimmten Farbe), gerät man leicht in eine Lage, in der zum Beispiel zwei rote 7er spielbar liegen, aber keine schwarze 8 verfügbar ist, auf die eine von ihnen passt. Rot-Schwarz-Balance heißt, bewusst im Blick zu behalten, ob bei jedem Wert rote oder schwarze Karten offen liegen, und Doppelungen zu vermeiden.
So hältst du sie aufrecht
- Wenn du die Wahl hast, eine Herz-Sieben oder eine Karo-Sieben zu verschieben, schau dir an, was schon sichtbar ist, und nimm die, die keine bereits offene Karte derselben Farbe und desselben Werts doppelt.
- Versuch, bei den mittleren Werten (4–9) mindestens eine Karte jeder Farbe erreichbar zu halten, denn das sind die meistgebrauchten Bausteine.
- Pass auf, dass nicht beide roten oder beide schwarzen Farben gleichzeitig begraben werden, denn dann ist bei diesem Wert Rot oder Schwarz komplett blockiert.
Strategie 6: Plane, wo deine Könige landen
Das Problem mit den Königen
Könige sind die einzigen Karten, die eine leere Spalte belegen dürfen, und unter ihnen lassen sich ganze Folgen aufbauen. Ein schlecht platzierter König kann aber zum Denkmal für verschwendeten Platz werden, wenn du ihn mit einer Folge belegst, die sich später nicht mehr bewegen lässt.
Den richtigen König wählen
- Nimm lieber einen König, für den schon eine Dame der Gegenfarbe bereitliegt, die du sofort darauflegen kannst.
- Noch besser: Wähle einen König, dessen Farbe zu einer längeren verfügbaren Folge passt, die darauf wartet, geordnet zu werden.
- Leg keinen einsamen König in eine leere Spalte, wenn nichts darauf aufgebaut werden kann. Die leere Spalte selbst ist als vorübergehender Abstellplatz womöglich nützlicher.
Strategie 7: Trainiere das Erkennen von Mustern
Die Fähigkeit, die alles zusammenhält
Die effizientesten Solitär-Spieler denken nicht jede Möglichkeit von Grund auf durch. Sie haben typische Kartenanordnungen verinnerlicht und erkennen die beste Antwort auf einen Blick. Mustererkennung entsteht durch gezieltes Üben: regelmäßig spielen, die Züge nach jedem Spiel auswerten und aktiv suchen, wo du es hättest besser machen können.
So baust du Mustererkennung auf
- Geh nach jedem Spiel (gewonnen oder verloren) die entscheidenden Momente im Kopf noch einmal durch: Wo hat sich das Spiel geöffnet, wo ist es festgefahren?
- Achte auf wiederkehrende Situationen, etwa zwei verdeckte Karten in einer Spalte unter einer offenen Karte, die sich nicht bewegen lässt, und leg dir für jede eine feste Antwort zurecht.
- Spiel dieselbe Runde zweimal mit unterschiedlichen Entscheidungen und vergleiche die Ergebnisse.
- Nutze die Funktion „Rückgängig“ in digitalen Solitär-Apps (sparsam), um andere Wege zu testen und daraus zu lernen.

Probier es an einer Runde, die du wirklich schaffen kannst
Dieselbe Runde noch einmal zu spielen ist der schnellste Weg zur Mustererkennung, aber ein komplettes Spiel mit 52 Karten dauert eine Weile, bis man es wiederholt hat. Die Übung unten ist ein vollständiges, wirklich gewinnbares Klondike-Spiel, verkleinert auf Ass bis 4 in allen vier Farben. Jede Regel ist echtes Klondike, und das Ganze passt auf einen Handybildschirm. Es ist jedes Mal dieselbe Runde, du kannst sie also wiederholen, eine andere Reihenfolge ausprobieren und zusehen, wie deine Zugzahl sinkt. Das Par ist die tatsächlich kürzeste Lösung, schlagen lässt es sich also nicht. Das Ziel ist, es zu erreichen.
Schaff das Par: die Runde mit 16 Karten
Ein vollständiges, gewinnbares Klondike-Spiel, verkleinert auf Ass bis 4 in allen vier Farben. Tippe eine Karte an, um sie aufzunehmen, und dann auf den Zielplatz. Das Par liegt bei 25 Zügen, und auch das Ziehen zählt als Zug.
Alle 16 Karten auf die Ablagestapel. Eine leere Spalte darf nur eine 4 füllen.
Wenn es hakt, ist genau das die Lektion: Such den Zug, der eine Spalte leert, und nutze die Lücke dann, um eine ganze Reihe zu verschieben und freizulegen, was darunter liegt. Genau dieser eine Gedanke unterscheidet eine Lösung mit 25 Zügen von einer mit 40.
Mit wie wenigen Zügen lässt sich Solitär gewinnen?
Die Untergrenze liegt bei 52 Zügen. Jede der 52 Karten muss auf einen Ablagestapel, jedes Ablegen ist ein Zug, und kein Zug legt zwei Karten auf einmal ab. Weniger kann ein gewonnenes Klondike-Spiel also nicht haben. Erreichbar ist diese Untergrenze nur in einer Runde, in der jede Karte direkt auf einen Ablagestapel kann, sobald sie offen liegt, ohne Umsortieren im Tableau und ohne Ziehen vom Talon. In der Praxis wirst du so eine Runde so gut wie nie sehen.
Echte Spiele liegen aus drei Gründen über der Untergrenze. Du verschiebst Karten zwischen den Tableau-Spalten, um aufzudecken, was darunter liegt, und jedes Verschieben ist ein Zug. Du ziehst vom Talon, und die meisten Apps zählen auch jedes Ziehen als Zug. Deshalb kommen Spiele mit „3 Karten ziehen“ bei derselben Runde meist auf weniger Züge als mit „1 Karte ziehen“, obwohl sie schwerer zu gewinnen sind: Pro Zug kommen drei Karten heraus. Und du machst Züge, die nicht nötig gewesen wären. Das ist der einzige Teil der Zahl, den du selbst in der Hand hast.
Apps zählen unterschiedlich. Manche werten das Verschieben einer Reihe aus mehreren Karten als einen Zug, manche zählen die am Ende automatisch abgelegten Karten mit, manche zählen das Ziehen vom Talon gar nicht. Eine Zugzahl lässt sich also nur mit sich selbst vergleichen: Spiel dieselbe Runde noch einmal, nachdem du diesen Ratgeber gelesen hast, und schau, ob die Zahl sinkt. Darum geht es beim Mitzählen, nicht um das Jagen einer Zielmarke.
Die Gewohnheiten, die deine Zugzahl senken
Kein einzelner Trick senkt die Zugzahl. Das schafft eine etwas bessere Entscheidung bei jedem Schritt, immer wieder: verdeckte Karten zuerst aufdecken, leere Spalten bewachen, nichts überstürzt auf die Ablagestapel legen und die Durchgänge durch den Talon gut einteilen. Diese vier Gewohnheiten verstärken sich gegenseitig: Sinkt die Zugzahl, steigt die Gewinnquote mit.
Die drei Übungen oben lohnen eine zweite Runde, sobald du alle sieben Strategien im Kopf hast. Die Antworten bleiben dieselben, aber die Gründe sollten dir beim zweiten Mal selbstverständlich vorkommen. Wenn das so ist, nimm dir eine volle Runde vor: Du kannst hier Klondike-Solitär kostenlos im Browser spielen, mit 1 oder 3 gezogenen Karten, ohne Download und ohne Anmeldung.
Diese Gewohnheiten lassen sich auf andere Solitär-Varianten übertragen. Unser Überblick Solitär-Arten: 10 Varianten stellt weitere Regeln vor, und unser Artikel Warum TriPeaks-Solitär so beliebt ist zeigt, warum Spieler eine Variante mögen, die Denken in Ketten statt langes Umsortieren belohnt. Dieselbe Gewohnheit, die ganze Auslage zu lesen, bevor du eine Karte anfasst, unterscheidet auch bei den Spielen aus unserem Ratgeber 20 Kartenspiele für 2 Personen wie Gin Rummy und Cribbage die guten Spieler von den anderen. Wenn du die TriPeaks-Version aufs Handy willst: Solitaire Castle Royal ist unser Spiel, mit über 15.000 Levels, und jedes davon ist ohne Power-ups gewinnbar.