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So spielst du klassisches Solitär: der komplette Ratgeber für Einsteiger

Klassisches Solitär, auch Klondike genannt, ist das Kartenspiel mit sieben Spalten, das durch Windows berühmt wurde. Dieser Ratgeber erklärt den Aufbau, die Regeln für jeden Bereich des Spielfelds und die Taktik, die über die meisten Runden entscheidet.

Für eine Partie klassisches Solitär, besser bekannt als Klondike-Solitär, teilst du 28 Karten auf sieben Tableau-Spalten mit einer bis sieben Karten aus. Nur die oberste Karte jeder Spalte liegt offen, die übrigen 24 Karten bleiben verdeckt als Talon liegen. Dann baust du im Tableau abwärts in wechselnden Farben und bringst jede Karte auf vier Ablagestapel, die nach Farbe vom Ass bis zum König aufsteigen. Das ist das ganze Regelwerk, und du lernst es in etwa einer Minute. Der Rest dieses Ratgebers dreht sich um das, was Runden tatsächlich entscheidet: welchen erlaubten Zug du machst, wenn drei zur Auswahl stehen. Microsoft lieferte das Spiel 1990 mit Windows 3.0 aus, und deshalb nennen es die meisten einfach Solitär.

Vollständige Ablagestapel, deutlich zu sehen die Reihenfolge vom Ass bis zum König

Das Ziel beim klassischen Solitär

Das Ziel ist klar: Alle 52 Karten aus dem Tableau und dem Nachziehstapel kommen auf vier Ablagestapel, einen pro Farbe (Herz, Karo, Kreuz, Pik). Jeder Ablagestapel beginnt mit einem Ass und steigt bis zum König auf. Sind alle vier vollständig, in jeder Farbe vom Ass bis zum König, hast du gewonnen.

So baust du eine Solitär-Partie auf

Ein korrekter Aufbau ist die Grundlage für ein faires Spiel. Du brauchst ein normales Deck mit 52 Karten, ohne Joker.

1
MischenMisch das Deck gründlich, damit die Reihenfolge der Karten zufällig ist.
2
Das Tableau austeilenTeil 7 Stapel aus: Der erste bekommt 1 Karte, der zweite 2, der dritte 3 und so weiter bis zu 7 Karten im siebten Stapel. Die oberste Karte jedes Stapels liegt offen, alle anderen bleiben verdeckt.
3
Den Talon bildenDie restlichen 24 Karten bilden den Nachziehstapel (auch Talon genannt) und liegen verdeckt oben links.
4
Platz für die Ablagestapel lassenLass oben rechts vier freie Plätze. Dort entstehen deine vier Ablagestapel.
Aufbau beim klassischen Solitär mit Beschriftung von Nachziehstapel, Abwurfstapel, vier Ablagestapeln und sieben Tableau-Spalten

Die Regeln des klassischen Solitärs

Karten im Tableau bewegen

Im Tableau werden Karten absteigend und in wechselnden Farben gestapelt. Eine rote 9 darf auf eine schwarze 10, ein schwarzer Bube auf eine rote Dame. Du kannst eine einzelne offene Karte bewegen oder eine ganze offene Reihe als Einheit. Legst du dabei eine verdeckte Karte frei, drehst du sie um. Das ist der Motor, der das Spiel vorantreibt.

Die Ablagestapel aufbauen

Auf die Ablagestapel kommen Karten aufsteigend nach Farbe. Du beginnst mit einem Ass, dann folgen 2, 3, 4 und so weiter. Nur die oberste Karte eines Tableau-Stapels oder die aktuelle Karte auf dem Abwurfstapel darf auf einen Ablagestapel. Karten auf den Ablagestapeln dürfen nach den Standardregeln nicht zurück ins Tableau (manche Varianten erlauben es).

Der Nachziehstapel (Talon)

Wenn im Tableau kein Zug mehr möglich ist, ziehst du vom Talon. In der Variante 1 Karte ziehen deckst du jeweils eine Karte auf den Abwurfstapel auf. In der schwereren Variante 3 Karten ziehen deckst du drei Karten auf einmal auf, von denen nur die oberste spielbar ist. Ist der Talon leer, drehst du den Abwurfstapel um und verwendest ihn erneut. Bei „1 Karte ziehen“ darfst du beliebig oft durchgehen; bei Wertungen mit Punkten kostet jeder Durchgang durch den Talon meist Punkte.

Erlaubte Züge: Eine rote 9 darf auf eine schwarze 10, eine schwarze 10 aber nicht auf eine schwarze 6

Leere Spalten und Könige

Wenn du eine Tableau-Spalte vollständig leerst, ist der freie Platz enorm wertvoll. Nur ein König (oder eine Reihe, die mit einem König beginnt) darf in eine leere Spalte. Das verleiht Königen großes strategisches Gewicht: Der richtig platzierte König macht lange Kartenreihen beweglich.

Strategien, mit denen du öfter gewinnst

Klondike-Solitär ist kein reines Glücksspiel. Überlegte Entscheidungen verbessern deine Gewinnquote spürbar. Das sind die Grundsätze mit der größten Wirkung:

1. Zuerst verdeckte Karten aufdecken

Jede verdeckte Karte kann die sein, die die Runde öffnet. Bevorzuge Züge, die mit möglichst wenigen Schritten möglichst viele verdeckte Karten umdrehen. Je mehr Karten du siehst, desto mehr Züge hast du zur Auswahl.

Ein vorteilhafter Zug, der eine verdeckte Karte aufdeckt, im Vergleich zu einem Zug, der nichts freilegt

2. Nicht vorschnell auf die Ablage spielen

Eine Karte auf den Ablagestapel zu legen fühlt sich gut an, aber zu früh kann es das Tableau festfahren. Legst du zum Beispiel deine rote 6 ab, kannst du keine schwarze 5 mehr darauf legen, und genau diese schwarze 5 blockiert vielleicht eine wichtige Karte im Tableau. Eine gute Faustregel: Leg eine Karte nur dann ab, wenn dem Tableau dadurch keine nützliche Anlegestelle verloren geht.

3. Leere Spalten gezielt nutzen

Füll eine leere Spalte nicht mit irgendeinem König. Nimm den König, der am meisten in Bewegung bringt. Ein König in einer Farbe, für die schon lange Reihen bereitliegen, schafft weit mehr Möglichkeiten als ein einsamer König, auf dem sich nichts aufbauen lässt.

4. Die größten Stapel zuerst abbauen

Größere Tableau-Stapel verbergen meist mehr verdeckte Karten. Bau sie früh ab, damit du mehr Möglichkeiten aufdeckst, bevor dein Talon zur Neige geht.

Kreisdiagramm zu Klondike-Runden, wenn jede Karte bekannt ist: mindestens 82 % gewinnbar, bis zu 9 % weitere ungeklärt, mindestens 9 % nicht gewinnbar

5. Alle vier Farben gleichmäßig ablegen

Wenn eine Farbe davonzieht und die anderen hinterherhinken, sitzen die niedrigen Karten der langsamen Farben fest. Versuch, alle vier Ablagestapel ungefähr im gleichen Tempo aufzubauen, damit das Tableau so beweglich wie möglich bleibt.

Typische Anfängerfehler, die du vermeiden solltest

  • Karten ohne Ziel bewegen: Jeder Zug sollte eine verdeckte Karte aufdecken, einen Ablagestapel voranbringen oder eine benötigte leere Spalte schaffen.
  • Planlos durch den Talon blättern: Ein Durchgang ohne Fortschritt heißt meist, dass du irgendwo im Tableau einen Zug übersehen hast.
  • Die Farben vernachlässigen: Wer sich nur auf ein oder zwei Farben konzentriert, lässt die anderen vergraben und unerreichbar.
  • Leere Spalten zu schnell füllen: Leg nur einen König hinein, auf dem du auch gleich weiterbauen willst.

1 Karte ziehen oder 3 Karten ziehen: Was solltest du wählen?

Bei 1 Karte ziehen (eine Karte pro Zug aufdecken) kommst du bei jedem Durchgang an jede Karte im Talon heran, und für Einsteiger ist das die übliche Einstellung. Sie ist in der Regel leichter und hat eine höhere Gewinnquote. 3 Karten ziehen macht das Spiel anspruchsvoller, weil du immer nur jede dritte Karte zu sehen bekommst. Das schränkt deine Möglichkeiten ein und hebt die Messlatte für gutes Spiel. Zum Lernen fängst du mit einer Karte an. Wenn du regelmäßig gewinnst, wechsle zu drei Karten, dann wird es eine echte Herausforderung.

Mentale Vorteile von Solitär: bessere Konzentration, weniger Stress, Problemlösen und Geduld

Punktwertung beim Solitär

In Solitär-Versionen mit Zeit oder Punkten bekommst du für jede Karte auf den Ablagestapeln Punkte, und für verstrichene Zeit oder mehrere Durchgänge durch den Talon werden meist Punkte abgezogen. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du schnell und mit wenigen Talon-Durchgängen gewinnst, und genau deshalb zählt strategisches Spiel. Fortgeschrittene Tipps für effizientes Spielen findest du in unserem Ratgeber Solitär mit weniger Zügen gewinnen.

Was dir klassisches Solitär bringt

Solitär macht nicht nur Spaß, es fordert auch den Kopf. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Gesundheitliche Vorteile von Solitär. Die wichtigsten Punkte: bessere Konzentration, ein besseres Kurzzeitgedächtnis, weil du dir die Lage der Karten merkst, und die meditative Ruhe einer Denkaufgabe, die du allein und ohne sozialen Druck löst.

Vom klassischen Solitär zu TriPeaks

Wenn Klondike dich nicht mehr überrascht, ist eine andere Variante der nächste Schritt. Unser Überblick Solitär-Arten: 10 Varianten stellt beliebte Spielarten zum Ausprobieren vor, von FreeCell über Spider bis zu Pyramiden-Solitär. Am wenigsten wie Klondike spielt sich TriPeaks-Solitär: kein Tableau zum Entwirren, nur eine Kette von Karten, die jeweils einen Wert auseinanderliegen. Auf diesem Format beruht auch Solitaire Castle Royal, das Handyspiel, das wir entwickeln. Es hat über 15.000 Levels, und keines kostet Münzen, um es zu starten. Klondike belohnt weitsichtige Planung trotzdem stärker als TriPeaks, also spricht einiges dafür, beide zu behalten. Wann immer du Lust auf eine Runde hast, kannst du hier Klondike kostenlos im Browser spielen.

Häufig gestellte Fragen